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Seit dem 14. Oktober 2025 liefert Microsoft für Windows 10 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Viele Unternehmen haben sich mit dem kostenpflichtigen ESU-Programm (Extended Security Updates) ein Jahr Zeit verschafft. Dieses erste Jahr ist am 13. Oktober 2026 abgelaufen. Wer seine Rechner weiter absichern will, muss jetzt das zweite Jahr buchen – und das kostet doppelt so viel.
Hier lesen Sie, was sich geändert hat, was der Weiterbetrieb kostet und wie Sie den Umstieg auf Windows 11 geordnet angehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Das erste ESU-Jahr für Firmenrechner endete am 13. Oktober 2026.
- Das zweite Jahr kostet 122 US-Dollar pro Gerät, das dritte 244 US-Dollar.
- ESU ist kumulativ: Wer jetzt einsteigt, zahlt das erste Jahr nach.
- Office 2021 erhält seit dem 13. Oktober 2026 ebenfalls keine Updates mehr.
- Der Umstieg auf Windows 11 ist auf Dauer meist günstiger als ESU.
Was sich am 13. Oktober 2026 geändert hat
Mit dem Ende des ersten ESU-Jahres erhalten Firmenrechner, für die kein zweites Jahr gebucht wurde, seit dem 14. Oktober 2026 keine Sicherheitsupdates mehr. Für Geräte ganz ohne ESU gilt das bereits seit einem Jahr.
Am selben Tag endete auch der Support für Office 2021 und Office LTSC 2021. Für diese Office-Versionen bietet Microsoft kein ESU-Programm an. Wer Word, Excel und Outlook in der Version 2021 nutzt, arbeitet also ebenfalls ohne Sicherheitsupdates.
Für das ESU-Programm gelten einige Regeln, die Sie kennen sollten:
- ESU wird pro Gerät und immer für ein ganzes Jahr lizenziert.
- Die Jahre bauen aufeinander auf: Wer erst im zweiten Jahr einsteigt, bezahlt das erste Jahr mit.
- Voraussetzung ist Windows 10 in der Version 22H2.
- Es gibt nur kritische und wichtige Sicherheitsupdates – keine neuen Funktionen, keine Fehlerbehebungen und keinen technischen Support.
- Im Oktober 2028 endet das Programm endgültig.
Was kostet der Weiterbetrieb von Windows 10?
Microsoft nennt für Unternehmen folgende Preise pro Gerät: 61 US-Dollar für das erste, 122 US-Dollar für das zweite und 244 US-Dollar für das dritte Jahr. Händlerpreise in Euro weichen davon etwas ab.
Ein Rechenbeispiel für einen Betrieb mit zehn Arbeitsplätzen: Für das erste und zweite Jahr fallen zusammen 1.830 US-Dollar an. Wer alle drei Jahre nutzt, zahlt 4.270 US-Dollar – für Rechner, die danach trotzdem ersetzt oder umgestellt werden müssen. Hinzu kommt der Aufwand für Lizenzierung und Verwaltung.
ESU ist deshalb vor allem als Überbrückung sinnvoll: für einzelne Geräte mit Spezialsoftware oder Maschinensteuerung, die sich nicht sofort umstellen lassen.
Welche Risiken ohne Sicherheitsupdates bestehen
Ein Windows-10-Rechner ohne Updates arbeitet zunächst ganz normal weiter. Das Problem zeigt sich erst, wenn neue Sicherheitslücken bekannt werden: Sie werden nicht mehr geschlossen. Angreifer suchen gezielt nach solchen Systemen, denn eine veröffentlichte Lücke bleibt dauerhaft offen.
- Datensicherheit: Ein ungeschützter Rechner kann zum Einfallstor für Schadsoftware und Erpressungstrojaner werden – auch für das übrige Firmennetz.
- Kundenanforderungen: Immer mehr Auftraggeber fragen in Sicherheitsfragebögen nach aktuellen, unterstützten Systemen.
- Versicherungsschutz: Cyberversicherungen setzen häufig voraus, dass Systeme dem Stand der Technik entsprechen. Prüfen Sie Ihre Bedingungen.
- Kompatibilität: Neue Programme, Drucker und Geräte werden nach und nach nur noch für Windows 11 freigegeben.
Drei Wege aus Windows 10
1. Vorhandene Rechner auf Windows 11 aktualisieren
Viele Rechner aus den letzten Jahren erfüllen die Anforderungen von Windows 11: einen unterstützten Prozessor, TPM 2.0 und Secure Boot. Dann ist das Upgrade kostenlos. Wichtig ist eine vorherige Prüfung von Programmen, Druckern und Zusatzgeräten.
2. Ältere Rechner ersetzen
Geräte, die Windows 11 nicht unterstützen, sollten ersetzt werden. Von Tricks zur Umgehung der Hardware-Prüfung rate ich im Unternehmen ab, weil Updates und Stabilität dann nicht gesichert sind. Der Austausch lässt sich gut mit einer ohnehin fälligen Erneuerung verbinden.
3. ESU als Brücke für einzelne Geräte
Für Rechner mit Spezialanwendungen, die noch nicht für Windows 11 freigegeben sind, kann ESU die Zeit bis zur Umstellung überbrücken. Wer Windows 10 in Windows 365 oder Azure Virtual Desktop betreibt, erhält die Updates dort ohne zusätzliche Kosten.
In fünf Schritten zum geordneten Umstieg
- Inventar: Alle Rechner mit Betriebssystem, Alter und Einsatzzweck erfassen.
- Hardware-Prüfung: Klären, welche Geräte Windows 11 unterstützen.
- Software und Peripherie: Branchensoftware, Drucker, Scanner und Spezialgeräte auf Kompatibilität prüfen.
- Pilot: Ein Gerät umstellen und im Alltag testen, bevor alle folgen.
- Umstellung in Wellen: Die übrigen Rechner gestaffelt umstellen, Daten sichern und alles dokumentieren.
In einem kleinen Betrieb lässt sich das meist in wenigen Wochen erledigen, ohne den laufenden Betrieb zu stören. Wenn Sie dabei Unterstützung möchten: Im Windows-11-Umstieg-Check erfasse ich Ihre Geräte und erstelle einen Plan mit Reihenfolge und Kosten.
Fazit: Jetzt planen statt weiter zahlen
Das zweite ESU-Jahr ist für die meisten Betriebe ein teures Weiter-so. Sinnvoller ist es, die verbleibenden Windows-10-Rechner jetzt zu erfassen und den Umstieg zu planen. Prüfen Sie dabei gleich auch Office 2021 und Ihre Server: Für Windows Server 2016 endet der Support am 12. Januar 2027. Mehr dazu im Server-Check.
Häufige Fragen zum Windows-10-Support-Ende
Ja. Da die Jahre aufeinander aufbauen, zahlen Sie bei einem späten Einstieg das erste Jahr nach. Lizenziert wird pro Gerät über einen Microsoft-Partner oder einen Volumenlizenzvertrag.
Ja, der Rechner startet und arbeitet weiter. Neu entdeckte Sicherheitslücken werden aber nicht mehr geschlossen. Für Rechner mit Internetzugang und Firmendaten ist das ein vermeidbares Risiko.
Die PC-Integritätsprüfung von Microsoft zeigt an, ob Prozessor, TPM 2.0 und Secure Boot passen. Bei mehreren Rechnern lohnt sich eine zentrale Bestandsaufnahme.
Office 2021 und Office LTSC 2021 erhalten seit dem 13. Oktober 2026 keine Updates mehr. Ein ESU-Programm gibt es dafür nicht. Möglich sind ein Wechsel zu Microsoft 365, zu Office LTSC 2024 oder zu einer Alternative wie LibreOffice.
Über den Autor
Marc Zingsheim
Selbstständiger Informatiker und IT-Dienstleister aus Porta Westfalica. Ich betreue kleine und mittelständische Unternehmen, Verlage und Handwerksbetriebe – von Netzwerk und IT-Sicherheit bis zu Webdesign, Hosting und KI.
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